15. Tag – Kirkenes und Umgebung

Sollia Restaurant bei Kirkenes
Es war eine schlechte Nacht mit einem hartem Bett aus gehobelten Holzbrettern und einer russischen Matratze. Als Nachbar hatten wir die E6, die mit Ihrem LkW Verkehr regelmäßig die Wand vibrieren ließ.
Dafür wurden wir von einem milden Morgen an unserem letzten Tag begrüßt. Einem Frühstück in der Sonne in Kirkenes Camping stand somit nichts mehr im Wege.
Um 11 Uhr fahren wir ab von Kirkens nach Norden in Richtung russische Grenze. Von der E 105 biegen wir wenig später auf die 886 in Richtung des Grenzortes Grense Jakobselv ab.
Um 12:30 Uhr und nach einer holprigen Fahrt sind wir am Ziel. Grense Jakobselv liegt direkt an der Barentsee. An einem herrlichen Sandstrand umgeben von Bergen genießen wir ein paar sonnige Stunden bei 24 Grad.
Nach entspannten Stunden, vielen Fotos und der Begegnung mit einem Rentier geht es um 14 Uhr zurück nach Kirkenes bevor dort um 16:30 alle Geschäfte schließen. Wir kaufen ein und gehen zum krönenden Abschluss unser Reise essen im lokalen Inn-Restaurant Turf & Surf. Auf gut deutsch Fisch & Fleisch. Eine Empfehlung.

Barentsee, Grense Jakobselv
Zum Kalorien verbrennen machen wir noch einen Spaziergang durch Kirkenes. Mit 24 Grad ist das der wärmste Tag am nördlichsten Ort unserer gesamten Reise.
Wir verlassen Kirkenes für einen weiteren Kurzausflug nach Svanvik. Dort haben wir eine Hütte in Øvre-Pasvik Café og Camping gemietet. Allerdings stellt sich heraus, dass der Ort nicht wie laut Google 30 km, sondern 90 km von Kirkenes entfernt liegt. Schade, dass wäre ein schöner Abend im Bioreservat gewesen!
Also kehren wir zurück und kommen 18:30 wieder in Kirkenes Camping an. Dort erwischen wir gerade noch eine großzügige Hütte für 500 Kronen. Diesmal mit Doppelmatraze und weiter entfernt von der E6. Der Kilometerstand an unserem letzten Landtag ist 4088 km.
Morgen geht es 12:45 weiter mit den Hurtigruten Schiff von Kirkenes nach Bergen. Aber dazu mehr in unserem anderen Reisebericht “Hurtigruten sørover” !
Kategorien: Norge på langs, Norwegen Berichte Schlagwörter: Als Nachbar, Grenzortes Grense Jakobselv, Kirkenes, Kirkenes Camping
14.Tag – Von Storfossen nach Kirkenes an der russischen Grenze

Kirkenes Stadtfahne
Wir haben eine gute Nacht verbracht in der großzügigen Viermannhütte, trotz der Rückkehr der Mücken. Das Frühstück genießen wir davor in der Sonne bei warmen 13 Grad.
Um 12 Uhr und Sonne ist Abfahrt in Richtung Endziel Kirkenes. Endlich !
Die Strecke führt durch vegetationsreiches, grünes Taigagebiet. Aufgrund der Birkenminimierraupe, die hier vor 4 Jahren grassierte, sind ca. 70% des Birkenbestandes geschädigt. Es lässt sich jetzt allerdings eine Erholung der Bäume erkennen. Es sind vor allem milde Winter, die das Überleben der Larven dieses Schädlings begünstigen.
Wir stoppen kurz in dem größeren Ort Tana bru. Das Rathaus Tana tinghus ist neu und wirklich sehenswerte moderne Holzarchitektur. Daneben liegt Tana sølv, eine samische Silberschmuckschmiede, in der wir fündig geworden sind.
Die Reise führt uns jetzt wieder weg von der finnischen hin zur russischen Grenze. Um 15 Uhr sind wir kurz vor Kirkenes und das militärische Schutzgebiet beginnt.
Mit einer Wasserfontäne und hölzernen, überdimensionalen Buchstaben am Ortseingang begrüßt uns um 15:30 Kirkenes !
Wir erkunden die Stadt bei leichtem Nieselregen und kaufen Wein im örtlichen Vinmonopol für unsere kommende Rückreise mit den Hurtigruten.
Nach einigem Suchen finden wir auch im Zentrum integriert in die Stadtbibliothek die Touristeninformation. Wir erfahren, dass ein Ausflug nach Murmansk leider ohne Reisepass nicht möglich ist. Dafür gibt es schöne Strecken entlang der russischen Grenze oder in das nahegelegen Bioreservat Bioforsk im Pasviktal.

Rathaus von Tana Bru
Weitere Ausflugsmöglichkeiten sind:
- entlang der norwegisch-russischen Grenzeim Pasviknationalpark
- Bootstouren auf dem Pasvikfluss
- eine Königskrabbentourweiter
- Infos unter www.kirkenesinfo.no
Wir fahren etwas zurück und kommen um 17 Uhr in dem außerhalb, aber an der E6 liegendem Kirkenes Camping an. Unsere vorbestellte Hütte für 390 Kronen ist nicht das Ritz, aber erfüllt aufgrund von mangelnden Alternativen seinen Zweck.
Bei Kilometer 3883 haben wir unser Ziel Kirkenes erreicht!
Kategorien: Norge på langs, Norwegen Berichte Schlagwörter: Bei Kilometer, Das Rathaus Tana, Die Reise, Kirkenes, russische Grenze, Ziel Kirkenes
13. Tag – Von Skoganvarre über Karasjok nach Storfossen in der Finnmark

Samisches Center in Karasjok
Gut geschlafen und geduscht. Bis auf die Mücken, deren Striche man erst am Morgen an den verschiedensten Stellen entdeckt. Bei 7 Grad fahren wir um 11 Uhr ab, weiter auf der E6 in Richtung Karasjok. Unser Hauptziel Kirkenes ist jetzt nur noch 364 km entfernt.
Um 11:45 erreichen wir Karasjok, die Hauptstadt der Samen. Wir halten kurz an der ältesten Kirche in der Finnmarkregion und schauen anschließend noch im Center der Samen vorbei. Wer will kann sich ein Einlassticket für 175 Kronen pro Person kaufen. Wir wollten nicht.
Nachdem vier weitere Busse in das Samische Center eingetroffen sind, verlassen wir nach einer Stunde Karasjok wieder auf der E6.
Wir fahren weiter inmitten vom Niemandsland, parallel zum Grenzfluss Tana zu Finnland. Unterwegs begegnet uns ein Rotfuchs mit seinem gefiederten Sonntagsbraten im Maul.
Einige Minuten später geht es über die Grenze nach Utsjoki in Finnland. Wir kaufen ein und tanken auf. Bezahlt wird in Euro. Diese von Lachsfischerei und Jagd geprägte Gegend ist eindeutig Männer dominiert. Nach einer Stunde Aufenthalt kehren wir zurück von der E75 in Finnland auf die E6 nach Norwegen.
Um 16 Uhr erreichen wir Storfossen Camping. Ein familiärer Campingplatz mit einer großen Hütte für 400 Kronen. Hier ist die Jagd auf den Lachs, dem Titan, Tagesaufgabe. Im Grenzfluß Tana ist trotz der sonntäglichen Schonzeit auf der finnischen Seite Hochbetrieb. Aller 50 m sieht man einen Angler bis zur Hüfte im Wasser stehen und die Angel in einem galanten Bogen auswerfen, manche übernachten sogar auf kleinen Inseln im Fluß. Als Köder werden hier sogenannte Fliegen verwendet, die man in jedem Supermarkt oder direkt auf dem Campingplatz erwerben kann.
Morgen geht es nach Kirkenes und mit etwas Glück machen wir noch einen Abstecher nach Murmansk. Der Kilometerstand beträgt 3700.

Grenzfluß Tana
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12.Tag – Von Russenes über das Nordkapp nach Skoganvarre in Finnmark

Nordkapp
Wow, der 12. Tag schon. Was für ein Truckerleben! Jeden Tag an einem anderen Ort, in einem anderen Bett, andere Menschen und Mentalitäten.
Der Tag beginnt mit Ausschlafen und einer “Katzenwäsche” aufgrund des Zustandes der sanitären Anlagen und deren Unterkapazität. Zusätzlich halten hier alle Busse mit den verschiedensten Nationen, bevor es zum Nordkapp geht.
Um 11 Uhr und bei 9 Grad ist die Abfahrt auf der E69, dem Nordkappveien. Die Entfernung von Russenes bis zum Nordkapp beträgt 125 km, also cirka 1,5 h Autofahrt. Wir reservieren uns trotzdem den gesamten Tag für das Nordkapp.
Um 12 Uhr passieren wir den Honningsvågtunnel und müssen dafür pro Tour 192 Kr bezahlen. In Honningsvåg, der letzten größeren Stadt vor dem Nordkapp, halten wir nochmal um unsere Essensvorräte fürs Wochenende aufzufüllen.
Wir fahren weiter und begegnen einigen Rentieren, die uns ab und zu am Wegesrand anscheinend ignorieren. Es ist eine spektakuläre Strecke mit einer einzigartigen Landschaft – erinnert teilweise an “Mission Mars”. Mit 5 Grad Lufttemperatur wird es kälter und der ewige Nebel vor dem Nordkapp beginnt.
Um 13:45 erreichen wir endlich das Nordkapp ! Der Eintritt beträgt 470 Kronen für 2 Personen. Wer mit seinem Wohnmobil hier ist, kann maximal 48 Stunden bleiben. Wir haben Glück mit dem Wetter und es zieht plötzlich auf. Der Nebel verschwindet langsam und die Sonne kommt durch. Das ist selten auf dem Nordkapp !
Nach zwei Stunden Nordkapp bei guter Sicht geht es die ganze Strecke auf der E69 zurück. Um 17:45 sind wir wieder in Russenes und tanken erst einmal notgedrungen das teuerste Benzin, was wir je getankt haben.

Auf dem Weg zum Nordkapp - Rentiere
Weiter geht es auf die E6 nach Osten in Richtung unserem letzten Ziel: Kirkenes. Vorher wollen wir aber noch Karasjok besuchen und einen Abstecher nach Finnland machen.
Um 19 Uhr halten wir einige Kilometer vor Karasjok in Skoganvarre Camping bei einem Kilometerstand von 3486. Es ist wirklich nett hier. Der Campingplatz liegt an einem See und wird von Finnen geleitet. Die Blockhütte kostet uns 380 Kronen und verzaubert mit finnischen Hüttencharme.
Kategorien: Norge på langs, Norwegen Berichte Schlagwörter: Der Nebel, Der Tag, nordkap, nordkapp, Nordkapp Der Eintritt, Truckerleben Jeden Tag
11.Tag – Von Storslett nach Russenes in der Vest-Finnmark

Landschaft der Finnmark
Trotz E6 im Rücken war es eine gute Nacht. Dafür haben die Krähen um 5 Uhr früh auf dem Dach randaliert, so dass einer sich opfern musste um sie zu verscheuchen.
Um 10:45 und 9 Grad verlassen wir unsere Schlafstätte und fahren auf der E6 weiter in Richtung Norden mit dem Ziel Finnmark. Einen Kilometer weiter von unserer alten Übernachtung bemerkten wir in Fosnes einen zweiten Campingplatz, den wir sicher dem letzteren vorgezogen hätten.
Unterwegs werden es zeitweise 6 Grad und der Schnee ist zum greifen nah. Die E6 führt uns weiter vorbei am Land der Samen. Wir begegnen dabei zwar keinem Elch, aber einer Gruppe Rentiere, die friedlich am Straßenrand entlang ziehen.
Um 12 Uhr überschreiten wir die Grenze zur Region Finnmark. Nach einer weiteren Stunde Fahrt halten wir erstmal in Alta, um uns mit warmen Essen zu verwöhnen und die Vorräte aufzufüllen.
Weiter geht es auf der E6 durch das Gebiet der Vest-Finnmark. Willkommen im Niemandsland ! Hier hörst du deinen eigenen Herzschlag.

Felskette Kove, Finnmark
Die Natur setzt sich vorwiegend aus einer dichten Kraut- und Strauchschicht zusammen und als Bäume dominieren Birken. Teilweise scheinen diese allerdings vom Absterben betroffen zu sein und machen einen schlechten Eindruck. Ab und zu sieht man am Straßenrand auch ein paar Pilze durch das Gras leuchten.
Campingplätze sind rar und so versuchen wir uns eine Hütte vorzureservieren. Man lernt ja aus seinen Fehlern. Ein Wettercheck ergibt, daß es sich lohnt erst morgen zum Nordkapp zu fahren.
Deshalb halten wir um 16:30 in Russenes Camping vor unserer vorbestellten, einfachen Hütte für 430 Kronen. Zwei Sterne Campingplatz laut NAV ist übertrieben. Allerdings gibt es auch Internet für 20 Kronen extra und nur in der Reichweite der “Motellobby”.
Wir sind eben im äußersten Norden Norwegens. Der Kilometerstand beträgt 3132.
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10.Tag – Von Senja ohne Tromsø nach Storslett in Nord-Troms

Samenzelt "Lavvo" in Nord-Troms
Natürlich und gut geschlafen. Eine Hütte ist einfach was anders als im Zelt. Um 10:30 bei beginnenden Dauerregen Abfahrt in Richtung Tromsø.
Es geht durch Senja auf der 861 , die dann auf die 862 trifft, um uns dann schliesslich mit dem Boot auf die Insel Kvaløya Richtung Tromsø zu bringen.
Leider ist von Senja aufgrund des Dauerregens nur wenig zu sehen. Vielleicht später wenn wir mit den Hurtigruten zurückfahren.
Wir haben ein zweites Mal Pech, dass Boot von Senja nach Kvaløya geht erst in vier Stunden. Das ist leider nicht akzeptabel. Also an alle: Immer Fahrpläne ein Tag vorher checken !
Wir müssen zurück nach Finnsnes und verlassen Senja auf der E6 Richtung Skibotn. Tromsø, das Paris des Nordens, muss warten bis wir mit den Hurtigruten vorbeikommen.
Um 17 Uhr zeigt sich dann endlich die Sonne und wir nutzen die Möglichkeit für einen Stop in Nordmannvik an der E6 – auch um mal die Angel auszuwerfen.
Um 18:30 Uhr treffen wir in Sandnes Camping in Storslett an der E6 ein. Eine einfache Hütte für 350 Kronen vermittelt einen das passende Lebensgefühl zur Umgebung. Hier begegnet man sich selber und wenn die Sonne scheint auch seinem Schatten. Der Kilometerstand beträgt 2858 und wir werden sicher noch bis Kirkenes die 4000 erreicht haben.

Angelplatz in Nordmannvik
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9.Tag – Von Sortland nach Senja in Troms

Polar Eier
Es ist morgens und es regnet wieder. Zum Glück haben wir eine Hütte genommen. Um 10:45 ist Abfahrt. Allerdings kommen wir nur bis Sortland Zentrum, da wir unsere Reserven auffüllen müssen und dem staatlichen Weingeschäft Vinmonopol einen Besuch abstatten.
Bei Nebel, Regen und 10 Grad fahren wird weiter auf der Strasse 85. Unser Tagesziel ist die Halbinsel Senja in der Region Troms.
Wir biegen auf die 83 Richtung Harestad ab. Die Fähre von Flesnes nach Repres kostet uns 109 Kronen. Ab jetzt befinden wir uns in der Region Troms. Die Fahrt geht durch wirklich einsame Berg- und Waldlandschaften bei Nieselregen und tiefhängenden Wolken.
Um 13:30 kommen wir in Harestad an. Da die Fähre nach Skolsvik für heute wegen einer Havarie eingestellt ist, fahren wir weiter und probieren eine zweite Fähre. Leider haben wir auch hier Pech mit der Wartezeit und beschließen deshalb den längeren Landweg nach Senja zu nehmen.
So fahren wir die 83 Richtung Süden, überqueren die Brücke über den Fjord Astafjorden, kommen auf die 825 um dann wieder ein Stück auf der Europastrasse E 6 weiterzufahren.
Auf der E6 wird zum ersten Mal unser Hauptziel Kirkenes mit 1035 km angezeigt. Allerdings biegen wir wieder ab und fahren weiter in Richtung Senja durch Troms , dass anscheinend heute nur aus Wald und Bergnebel besteht.
Bei Finnsnes entern wir endlich die Halbinsel Senja. Auf der 86 und einer anschließenden langen Nebenstraße durch den Wald gelangen wir endlich um 19 Uhr an unser Ziel: Senja Camping.
Die heutige Nacht beschert uns bei Kilometerstand 2482 eine wirklich großzügige, saubere und modern eingerichtete Hütte für 550 Kronen in Senja.
Es gäbe sogar die Möglichkeit für ein Bad im großzügigen Swimmingpool- wenn da nicht der Regen wäre. Wir bereiten uns Bratkartoffeln mit Spiegelei und Lachs zu, genießen das gratis Internet und schauen norwegisches Abendprogramm im Fernsehen. God Natt!
Kategorien: Norge på langs, Norwegen Berichte Schlagwörter: Bei Nebel, Halbinsel Senja, Region Troms, Senja, Troms, Unser Tagesziel
8.Tag – Von Ramberg nach Sortland in Vesterålen

Wikingermuseum
Gestern haben wir noch ausgiebig unser Bergfest in der großzügigen warmen Hütte gefeiert, da wir über 50% der Strecke geschafft haben. Trotzdem sind wir heute ausgeschlafen, was an den frisch bezogenen Betten gelegen haben muss.
Das Wetter wird zunehmend besser und wir genießen den Ausblick auf das Meer. Unser Frühstück zieht sich hin, da wir nebenbei eine wirklich alte Folge von Dallas mit einem jugendlichen J.R. im norwegischen Fernsehen schauen. Um 11 Uhr bei 9 Grad fahren wir ab Richtung Osten auf der E10 mit dem Ziel Vesterålen. Diese Region ist bekannt für Wal Safaris.
In Borge halten wir am Wikingermuseum, dass die typische, bauchige Form eines umgekippten Schiffes hat. Es geht weiter über zwei Brücken, die die Lofoteninseln verbinden. Wir nehmen uns die Zeit für einen kurzen Abstecher auf die 816 nach Henningsvær. Die Strasse bietet viele schöne Ausblicke und es lohnt sich am Rand anzuhalten. Der Fischerort Henningsvær ist beschaulich und lädt zu einem kurzen Bummel ein.
Zurück auf der E10 fahren wir bis zum Abzweig zur Fähre von Fiskebøl nach Melbu. Leider übersehen wir das beim ersten Mal und müssen damit auch den nachfolgenden Tunnel durchqueren bis zur nächsten Wendemöglichkeit.
Durch die Ankunft in Melbu, haben wir jetzt offiziell die Lofoten verlassen und bereisen jetzt die Region Vesterålen. Die 82 führt uns vorbei an der langen Brücke Hadselbrua Richtung Sortheim.

Hadselbrua
Um 18:15 Uhr bei Kilometerstand 2152 kommen wir in Sortland Camping in der Region Vesterålen an. Die Hütte ohne Bad und WC kostet hier 500 Kronen und ist damit eindeutig überteuert für die Lage. Dafür gibt es gratis Internet.
Eine Wal Safari in Vesterålen kostet rund 800 Kronen pro Person, dauert 8 Stunden und beginnt 50 km weiterentfernt. Aus rein zeitlichen Gründen und weil vor uns noch mehr als 1200 entspannte Kilometer liegen, trennen wir uns deshalb von diesen Gedanken.
Der Abend in Sortland beschert trotz Sonne sehr kalte Luft. Wir freuen uns deshalb auf ein warmes Abendbrot und die hoffentlich bald warme Hütte für diese Nacht.
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7.Tag – Von Nygårdssjoen nach Ramberg auf den Lofoten

Lofoten
Die Nacht war kurz. Immer wiederkehrender starker Regen der auf das Zelt trommelte und dazu ein tschechisches Trinkgelager mit passenden Liedern.
Um 8 Uhr folgt deshalb die seit gestern Abend geplante Abfahrt mit nassem Zelt und bei 11 Grad Lufttemperatur. Wir nehmen dem Riksveien 17 zwischen Nebel und Bergen und überqueren die kleine Brücke Åselibrua Richtung Lofoten.
Nach einer halben Stunde passieren wir die große Brücke Saltstraumbrua und sehen hinab auf den Saltstraumen. Der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Hier ist das Fangen eines Fisches garantiert.
Um 8:30 biegen wir ab auf die 80 Richtung Bodø. Eine halbe Stunde später stehen wir vor dem Terminal der Fähre von Bodø nach Moskenes auf den Lofoten. Ich kann nur jedem empfehlen vorher zu reservieren! Ansonsten kann das Ganze sehr schnell zu einem Lofoten Lotteriespiel werden. Wir haben Glück und bezahlen unsere 749 Kronen für das Ticket.
Gefüllt mit vielen Touristen geht es endlich um 10:15 los Richtung Lofoten. Sitzplätze sind rar und wir ergattern uns zwei. Andere mit weniger Glück wie wir setzen sich zusammen mit den Kindern in die Spielecke und sehen Kinderfernsehen. Auch eine Lösung. Da wir bisher noch nichts gegessen haben, machen wir einen ausgiebigen dreistündigen Brunch.
Um 13:30 verlassen wir das Autodeck und fahren auf der E30, dem nasjonal turistvei Lofoten, Richtung Osten. Wer Lust hat kann die Chance nutzen und einen Abstecher zu dem Ort Å im Westen der Lofoten machen.
Um kurz vor drei Uhr beschließen wir entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten eine Hütte in Ramberg zu nehmen. Wir haben einfach Angst nichts mehr zu bekommen bzw. zu viel dafür in der Tourismuszeit auf den Lofoten zu bezahlen. Auch hier haben wir Glück und bekommen eine große Hütte mit zwei Schlafzimmern, Bad und Küche zum Preis für eine Kleine.

Surfer auf den Lofoten
Unsere plötzlich gewonnene Freizeit nutzen wir für einen Ausflug durch die Lofoten nach Nusfjord. Die Besichtigung dieses alten Fischerdorfes kostet 50 Kronen pro Person und lohnt sich unserer Meinung auch. Auf der Rückfahrt stoppen wir an einem der vielen weisen Sandstrände und schauen den Wellensurfern zu.
Nach einem Einkauf und Tanken in Ramberg geht es zurück zu unserer neuen Residenz. Das Wetter ist entgegen aller Prognosen schlechter geworden. Es regnet und der Wind ist stärker als vorher. Unser Zelt was zum trocknen draussen hing, nehmen wir mit hinein in unser zweites Schlafzimmer.
Es erwartet uns bei Kilometerstand 1942 ein gemütlicher Abend mit Wein, gutem Essen, Blick auf das Meer und hinter uns die Berge.
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6.Tag – Von Leirfjord über den Polarkreis nach Nygårdssjoen

Der Polarkreis
Wir hatten wie erwartet eine Supernacht mit Aussicht auf die Berge durch das Wohnmobilfenster. Eine lange ausgiebige Morgenpflege und duschen, so lang man will, in den wirklich sauberen Sanitärräumen. Das bringt den richtigen Start in den Morgen in Richtung Polarkreis. Um 10:30 Uhr bei 16 Grad fahren wir ab. Es geht weiter auf den Riksveien 17 nach Bodø.
Fünf Minuten später treffen wir auf die Kurzfähre von Levang nach Nesna, die wir von unserem Campingplatz schon sehen konnten. Nach 15 Minuten Fahrt durch den Wald kurz vor Beginn der Rana kommune stoppen wir an einem fantastischen Aussichtspunkt. Hier kommt alles zusammen: Fjord, Berge, 18 Grad, Sommer und Sonne. Wer Lust hat sollte sein Picknick hier auf den warmen Steinen der Felskante machen. Es ist kaum vorstellbar, das man schon so nah am Polarkreis ist.
Es geht weiter auf der 17, die nun zum Nasjonal turistvei geworden ist. Leider treffen wir auch auf einen kürzlich geschehenen Motorradunfall. Der Zweite auf unserer Reise.
Immer noch unterwegs in der Region Nordland steigt die Spannung ob wir die Fähre von Bodø nach Moskenes in Richtung Lofoten am Ende des Tages noch bekommen werden.
Um 14:00 nehmen wir endlich für 202 Kronen die Polarfähre von Kilboghavn nach Jektvik. Um 14:20 haben wir feierlich bei einem Lachsbrötchen und Schinken-Käse Brot den nördlichen Polarkreis überquert. Es ist geschafft !
Wenige Kilometer später bringt uns die nächste Fähre von Ågskardet nach Forøy. Weiter auf der 17 geht es vorbei an eindrucksvollen Bergketten bei herrlichem Sommerwetter. Genau um 16:00 stoppen wir am Gletscher Svartisen. Es ist ein wirklich beeindruckender Anblick, da sich die Gletscherzunge sehr weit in das Tal zieht.

Svartisen Gletscher
Eine Stunde vor Bodø, etwas abseits von der Rv 17, stoppen wir für heute. Unsere Übernachtung heißt Kjellingstraumen Fjordcamp und liegt in Nygårdssjoen bei Endvollen hinter dem Polarkreis. Naja. Erinnert an tschechisches Männerwanderlager. Die Flagge ist auch schon gehisst. Toalleten und Duschen sind in Ordnung und Internet ist gratis. Das Zelt in den arktischen Gefilden kostet uns 150 Kronen und wir schaffen es auch noch vor dem einsetzenden Regen aufzubauen. Unser Kilometerstand: 1.813.
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